Das Konzept Geo-Zoo der Zukunft
Der Münchner Tierpark Hellabrunn wurde im Jahr 1911 als erster Geo-Zoo der Welt gegründet. Die Tiere leben ihrer geographischen Verbreitung entsprechend in komplexen Gemeinschaftshaltungen und wenn man den Piktogrammen folgt, tritt man eine Weltreise durch die verschiedenen Biotope der Erde an.
Im klassischen Sinn ist Hellabrunn kein Zoo, viel eher ein Naturpark im Landschaftsschutzgebiet der Isarauen, in welchem Tiere in besonders strukturierten, großen Gehegen leben. Dank eines großzügigen Grabensystems und einer sehr natürlichen Landschaftsgestaltung genießt der Besucher einen herrlichen und ungehinderten Blick direkt auf die Tiere, wie er ihn sonst nur bei Freilandbeobachtungen erwarten kann.

- Mhorrgazellen im afrikanischen Parkteil
Das moderne Zoo-Konzept verzichtet bewußt auf sammlerische Artenvielfalt, sondern hat folgende Punkte als Leitmotive:
Wohlbefinden der Tiere:
- Naturnahe, großzügige Lebensräume
- Reduzierung der Artenzahl zugunsten optimaler Tierhaltung
- Komplexe Gemeinschaftshaltung im selben Lebensraum von Fischen, Vögeln, Reptilien und Säugetieren – und nun auch von Insekten
- Strukturierte Anlagen zum Ausleben der sozialen Verhaltensmuster
- Rücksichtnahme auf Raum-Zeit-Organisation und Vermeidung von Verhaltensstörungen, Streß, Schäden und Dysfunktionen
- Aufmerksamkeit, Neugier- und Erkundungsverhalten durch spezifische Anreize
Daraus resultiert für den Menschen eine einmalige Erlebniswelt:
- Darstellung biologischer Zusammenhänge und ihrer Biodiversität
- Interaktive Auseinandersetzung mit dem Tier, das eben nicht auf dem Präsentierteller dargeboten wird, sondern erst entdeckt, gesehen, belauscht und beobachtet werden will
- Dadurch wecken wir gerade bei Kindern jenes Neugierverhalten gegenüber der Natur, das Film und Fernsehen in dieser Unmittelbarkeit nicht „rüberbringen“ können
- Wir setzen so erzieherische Anreize für ein individuelles, persönliches Tier- und Naturschutzerlebnis

- Ein freilaufendes Totenkopfäffchen, asiatische Elefanten und eine Brillenblattnase in der Villa Dracula
Eine ganze Reihe von Ideen konnten wir im Sinne von "GEO-ZOO der Zukunft" bisher schon verwirklichen:
- Freilaufende Totenkopfäffchen
- Unsere Schaukelseil- und somit kettenlose Elefantenhaltung zusammen mit tropischen Fischen und Wasseragamen, die man im Blättergewirr einer Uferböschung erst finden muss
- Die Villa Dracula, unsere etwas gruselige Fledermausgrotte
- Anlage für Riesenschildkröten, bizarre Insekten und freijagende Laubfrösche
- Rallye für Bulldog- und Blattschneiderameisen
- Futuristischer Bau zum Beobachten unserer Blattschneiderameisen
- Koloniebildende Nacktmulle, deren Königin über Geruchsstoffe (Pheromone) die übrigen Tiere beherrscht wie ein Bienenkönigin
- Das filigrane Dschungelzelt, innen wunderbar verwildernd eingewachsen
- Das Benjeshecken und -haufen-System, das unsere Tiere pausenlos beschäftigt und aus einer herkömmlichen Absperrung eine Dornröschenhecke macht. Seither haben sich bei uns Ringelnatter, Mauswiesel und Zaunkönig deutlich vermehrt
- Interaktive Tierprogramme wie Falken im Freiflug, Beutesimulator bei den Wildhunden, Kamelreiten, Vorstellung unserer Dickhäuter und Robben durch die Tierpfleger.
- Zebramangusten: Mungo-Sack zur Beutesuche
- Przewalski-Urwildpferde: Lauftraining
- Faultiere: Strickleiterakrobatik
- Der Taubenflüsterer
- Fischers Fritz bei den Pelikanen
- Jährliche Austellung „Vom Wildtier zum Haustier“
