Erste Obduktionsergebnisse von Jamuna Toni
Bis in die frühen Morgenstunden des 15. Juni hat das Leibniz-Institut für Zoo und Wildtierforschung (IZW) in Berlin, ein weltweit renommiertes Institut für die wissenschaftliche Erforschung von Erkrankungen bei Elefanten, umfangreiche Untersuchungen am Hellabrunner Elefantenbaby Jamuna Toni vorgenommen. Das Ergebnis: Zahlreiche nicht traumatisch bedingte Knochenbrüche am ganzen Körper konnten festgestellt werden. Die Ethikkommission, bestehend aus drei Tierärzten, einer Biologin, zwei Tierpflegern, einer Amstierärztin und einer Tierschutzbeauftragen des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, fühlt sich nach diesen ersten Obduktionsergebnissen in ihrer schweren Entscheidung bestätigt, Jamuna Toni aus Tierschutzgründen und wegen der aussichtslosen Prognose erlöst zu haben.
Die multiplen Knochenbrüche machen eine stoffwechselbedingten Knochenerkrankung, die Dr. Andreas Knieriem, der zoologische Direktor des Tierparks Hellabrunn, bereits vermutet hatte, immer wahrscheinlicher. Um die genaue Ursache des sehr komplexen Krankheitsbildes wissenschaftlich abgesichert klären zu können, müssen noch zahlreiche weitere Untersuchungen an Blut, Knochen und allen wichtigen inneren Organen durchgeführt werden. Diese werden noch Wochen in Anspruch nehmen.
Dr. Knieriem: „Der extrem rasante Krankheitsverlauf und die erschreckende Art und Anzahl der Knochenbrüche, die nach dem Tod durch eine computertomografische Untersuchung festgestellt wurden, sind bisher noch nie beschrieben worden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann die Ursache noch nicht geklärt werden. Bestandteil weiterer Nachforschungen werden auch genetische und angeborene Ursachen einschließen.
Dr. Thomas Hildebrandt, einer der weltweit führenden Elefantenexperten vom IZW Berlin, fügt hinzu: “Bei der Erstellung von Jamuna Tonis bisheriger Diagnose hat unser neuer Hochleistungscomputertomograf eine zentrale Rolle gespielt.“
Das Hellabrunner Elefantenmädchen Jamuna Toni war am Nachmittag des 14. Juni wegen einer rapide fortschreitenden Knochenerkrankung, deren Ursache noch ungeklärt ist, eingeschläfert worden. Sie ist anschließend von der leitenden Tierärztin des Tierparks München Hellabrunn, Dr. Christine Kempter, und dem Tierpfleger und Ersatzpapa Thomas Günther zum Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) nach Berlin gebracht worden, um gemeinsam mit dem Berliner Expertenteam eine umfassende Diagnose der rätselhaften Erkrankung zu erarbeiten.
