Elefantenbaby Jamuna Toni ist tot
Unser Elefantenmädchen Jamuna Toni ist tot. Nachdem sich am Wochenende des 12./13. Juni der Gesundheitszustand des sechs Monate alten Elefantenbabys innerhalb kürzester Zeit dramatisch verschlechtert hatte, entschied das betreuende Tierärzte-Team gemeinsam mit einer Kommission aus Wissenschaftlern und Tierschutz-Experten am Nachmittag des 14. Juni, sie von ihren Leiden zu erlösen.
Die Symptome der sehr schmerzhaften Verschiebungen der Knochen in den Wachstumsfugen, die am Freitagmorgen an den Vorderbeinen diagnostiziert wurden, weiteten sich an den beiden Folgetagen auch auf die Hinterbeine aus. Dies bedingte, dass die kleine Elefantin selbst mit Hilfe einer Haltevorrichtung nicht mehr stehen konnte und liegend behandelt werden musste. Dadurch kam es zu massiven Kreislaufproblemen und einer Lungenentzündung, die den Allgemeinzustand zusätzlich schwer belastet haben. Eine erfolgversprechende Behandlungsmethode gibt es nicht. Alle Versuche, die Erkrankung nach Beratung mit den führenden Wildtiermedizinern positiv zu beeinflussen, schlugen leider fehl.
Der zoologische Direktor des Münchener Tierparks, Dr. Andreas Knieriem: „Wir sind sehr betroffen. Der rasche und unerklärliche Krankheitsverlauf hat auch uns überrascht und gibt uns viele Fragen auf. Die Entscheidung, Jamuna Toni einzuschläfern, ist uns wahrlich nicht leicht gefallen. Letzten Endes war es jedoch das einzige, was wir noch für sie tun konnten. Sie weiter am Leben zu erhalten, wäre aus Tierschutzgründen nicht vertretbar gewesen. Der gesamte Tierpark Hellabrunn trauert um unseren kleinen „Mockel“, der uns in den letzten Monaten sehr ans Herz gewachsen ist. Vor allem für Jamuna Tonis Ersatz-Papas, die sich von der ersten Stunde an Tag und Nacht liebevoll um die Kleine gekümmert haben, ist es sehr schwer.“
Die Ursache der rätselhaften Krankheit ist immer noch nicht bekannt, da die Auswertungen unterschiedlichster veterinärmedizinischer Untersuchungen noch laufen. Die behandelnde leitende Tierärztin des Münchener Tierparks, Dr. Christine Kempter erklärt: „Leider konnten wir Jamuna Tonis Grunderkrankung immer noch nicht zu 100 Prozent diagnostizieren. Aller Voraussicht nach werden uns erst die pathologischen Ergebnisse die Hinweise liefern, die wir seit Tagen vergeblich gesucht haben. Aufgrund fehlender Vergleichsfälle und des rapiden Krankheitsverlaufs haben wir leider keine Therapie finden können, die Jamuna Toni hätte helfen können. Meine Erfahrung als Zoo-Tierärztin hat mir gezeigt, dass solch rätselhafte Krankheiten oft erst in einem späten Stadium erkennbar sind. Wir sind sehr traurig darüber, dass all unsere Anstrengungen umsonst waren und wir es nicht geschafft haben, eine wirksame Therapie zu finden. Wir haben die letzten Tage alle zusammen rund um die Uhr und dennoch auf verlorenem Posten gekämpft.“
Christine Strobl, Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende der Münchener Tierpark Hellabrunn AG: „Mit Bestürzung habe ich erfahren, dass sich der Gesundheitszustand von Jamuna Toni so dramatisch verschlechtert hat, dass sie, um ihr weiteres Leid zu ersparen, nunmehr eingeschläfert werden musste. Das quirlige Elefantenmädchen hat mit dem Tag ihrer Geburt im Dezember letzten Jahres unser aller Herz erobert: Nachdem sie von ihrer Mutter leider verstoßen wurde, haben die Münchnerinnen und Münchner sie spontan "adoptiert". Umso tragischer ist nunmehr ihr Verlust. Dem Tierpark-Team möchte ich an dieser Stelle für ihren unermüdlichen Einsatz - vor allem in den letzten Tagen - herzlichst danken."
Auch die Mitarbeiter von Jamuna Tonis Paten, des Internet-Branchenbuches GoYellow.de, haben geschockt reagiert: "Wir sind sehr traurig, dass unser kleines Patenkind, das wir sehr lieb gewonnen haben, eingeschläfert werden musste. Jamuna Toni hat vielen Kindern und Erwachsenen in den letzten Monaten große Freude bereitet", kommentierte Dr. Klaus Harisch, Vorstandsvorsitzender der GoYellow Media AG die traurige Nachricht.
In den nächsten Tagen werden umfangreiche pathologische Untersuchungen vorgenommen. Sobald Ergebnisse vorliegen, werden wir Sie ausführlich informieren.
